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Lambarene
Albert und Helene Schweitzer trafen am 16. April 1913 in Lambarene ein. Sie gründeten auf dem Gelände der Pariser evangelischen Mission in Andende das erstes Spital. Seine erste ärztliche Tätigkeit begann Albert Schweizer in einem alten fensterlosen Hühnerstall, den er schon bald in einen Operationssaal umwandeln konnte. Die Schweitzers verfügten ja nur über bescheidene Mittel und mussten deshalb selbst Hand anlegen um die Gebäude aufzubauen. Als erstes entstand eine Wellblechbaracke mit Zementfußboden und zwei Zimmern von je 4 mal 4 Metern. Sie dienten als Konsultationsraum und als Operationssaal. Außerdem konnten in kleineren Nebenräumen eine Apotheke und ein Sterilisationsraum untergebracht werden. Danach kamen eine Wartehalle und eine Krankenbaracke an die Reihe. Sie wurden wie die Hütten der Einheimischen aus Bambus, Holz und Palmblättern gebaut. Schon kurz nach diesen ersten Schritten kamen täglich etwa 40 Patienten zu ihnen. Während Albert medizinisch tätig war, verwaltete Helene die Station und arbeitete als Krankenschwester. Unterstützung bekam sie von einem Afrikaner, der ihr assistierte und als Dolmetscher diente. Albert Schweitzer wurde außerdem von den Missionaren gebeten, dort sein Amt als Prediger wieder aufzunehmen. Für seine Freizeit wurde ihm ein Klavier gespendet, auf dem er natürlich mit Freude spielte, wenn es seine Zeit zuließ.
Nach einer guten viereinhalbjährigen Zeit im Spital mussten sie im September 1917 nach Europa zurückkehren. Wegen des Ersten Weltkrieges und der Tatsache, dass das Elsass (seine Heimat) Deutschland angeschlossen war, wurde Albert Schweitzer in der französischen Kolonie als verdächtiger Ausländer angesehen. Zwar erlaubte man ihm Anfangs, seine Arbeit unter Aufsicht fortzusetzen, jedoch wurde ihm bald jegliche Tätigkeit verboten.
Im Jahre 1917 wurden Albert und Helene schließlich in ein Internierungslager in Frankreich gebracht. Als sie endlich 1918 über die Schweiz im Elsass eintrafen, waren sie völlig erschöpft und mussten selbst eine Zeit lang ins Krankenhaus. Als es Albert Schweitzer wieder besser ging, nahm er seine Tätigkeit als Assistenzarzt am Krankenhaus in Straßburg auf und übte auch bald wieder sein Amt als Pastor aus. Am Tage von Alberts Geburtstag im Jahr 1919 brachte seine Frau Helene ihre erste Tochter Rhena zu Welt. Um ihren nächsten Tropenaufenthalt in Lambarene zu finanzieren, planten die Schweitzers Orgelkonzerte und Vorträge in ganz Europa.
