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Der Werdegang

Albert Schweizer wurde am 14. Januar 1875 in Kayserberg im Oberelsass geboren. Seine Familie zog bald darauf nach Günsbach, vor sein Vater Louis Schweizer bis zu seinem Tode als Pfarrer tätig war. Schon früh war er von der Kirche, besonders aber von der schönen kirchlichen Orgel seines Dorfes begeistert. Er war ein regelrechter Bücherwurm und interessierte sich ebenfalls im zarten Kindesalter bereits für deutsche und französische Literatur. Er ging in Münster und Mülhausen zur Schule und bekam seit seinem zehnten Lebensjahr Orgelunterricht. 1893 bestand er das deutsche Abitur und fing kurz danach an, in Straßburg Philosophie und Theologie zu studieren. Nebenbei spielte er weiterhin Orgel und erhielt bei dem bekannten Organisten Charles-Marie Widor Unterricht. Bereits mit 30 Jahren hatte Albert Schweitzer promoviert, er wurde Pfarrer und erlangte eine Professur für Theologie in Straßburg.

Doch hatte er 1905, mit dem aufkommenden neuen Jahrhundert und dem sich erweiternden Horizont plötzlich eine andere Lebensaufgabe gefunden. Er hörte Geschichten über Afrika und dass es dort an medizinischer Versorgung fehlte. Er erfuhr außerdem von der Vielzahl schwerwiegender Mangel- und Tropenkrankheiten, von denen einige Gebiete besonders stark betroffen waren. Durch seine humanistische Weltanschauung, die durch seine Studien noch verstärkt wurde, sah er die „Ehrfurcht vor dem Leben“ als oberstes Gebot an. Er wollte helfen und beschloss deshalb, Arzt zu werden. Noch im selben Jahr schrieb er sich wieder in der Straßburger Universität ein und zog sein Studium in sieben Jahren durch. Auch während dieser Zeit blieb er aktiv in den Bereichen Theologie, Philosophie und Musik und veröffentlichte sogar einige Bücher.

Auch sein Privatleben blieb nicht auf der Strecke und so heiratete er am 18. Juni 1912 Helene Bresslau, die sich nach Alberts Entschluss selber auch zur Krankenschwester ausbilden ließ. Sie war seine einzige Angehörige, die seinen neuen Weg verstehen konnte. Er begann, Spenden für sein Projekt zu sammeln. Und als er wusste, dass er genügend Mittel zusammenbringen könnte, machte er der Pariser Missionsgesellschaft das Angebot, auf eigene Kosten als Missionsarzt nach Äquatorialafrika (heute Gabun) zu reisen. Albert Schweitzer promovierte im Februar 1913 und fuhr bereits einen Monat später zusammen mit Helene nach Lambarene, dem kleinen Urwaldort am Ogowofluss, in dem sie ein neues Leben beginnen wollten.